Stell dir folgende Situation vor:
Du hast alles, was du dir wünscht, in jeder Hinsicht – alle finanziellen Mittel der Welt stehen dir zur Verfügung, du weißt deine Lieben versorgt und sicher, hast keine Wünsche mehr offen, weil du dir bereits alle erfüllt hast. Du hast bereits alles Wissen intus, das dich jemals interessiert hat und auch sonst hast du absolut alles erreicht, was dir je wichtig war und von dem du jemals geträumt hast. Du weißt genau, wer du wirklich bist und dir ist auch völlig klar, was du in diesem Leben zu tun hast, und auch wohin du willst ist dir bewusst. Du hast alles, weißt “alles”, bist alles, es gibt nichts Unerreichtes mehr für dich.
Was würdest du dann tun?
Halte bitte einen Moment inne und fühl dich in diesen Status so richtig hinein … … …
Wenn du dir sicher bist, stelle dir die Frage mit einem kleinen Zusatz: Was würdest du dann VON HERZEN GERNE tun?
Die Antwort wird ziemlich sicher eine andere sein als auf die erste Frage.
Wenn ich alles habe, alles weiß und alles bin, was für mein jetziges Leben wichtig und richtig ist, dann würde ich: meinen Kindern / Familie alles ermöglichen, das sie auf ihrem Weg weiter bringt; in arme Länder reisen und die dortigen Armen persönlich bereichern; mit Freuden machtgierige Strukturen zerfetzen; durch schräge und nicht absehbare Interaktionen Kriege beenden und zu verhindern suchen; psychisch geschädigten und in welcher Art auch immer misshandelten Menschen den Weg wieder zu sich selbst aufzeigen, und sie in ihrer Lebensaufarbeitung unterstützen; … und und und, da gäbe es noch einiges anderes …
ABER: sind das wirklich meine eigenen Wünsche – oder sind das gesellschaftliche Wünsche / Bedürfnisse, die ich zu meinen eigenen mache, oder Wünsche, die aus meinen eigenen Themen mit Macht, Ohnmacht, Ungerechtigkeit und Geld habe?
Das finde ich heraus, indem ich mir vorstelle, dass das oben Angeführte alles schon “erledigt” ist – also die ganze Welt das reinste Paradies ist – für jeden. Was würde ich dann machen?
Das, was mir wirklich Spaß und Freude macht, aus mir selbst heraus, nicht aus einer äußerlichen Notwendigkeit (für mich oder für jemanden anderen) heraus. Und das ist kreatives Werken (Malen, Schnitzen, Schneidern, Gestalten, etwas “schön machen”); die Pflege von Freundschaften; Unternehmungen und Aktivitäten, die das Edle und Schöne des Lebens berühren und betonen; das Leben in Freude und Staunen über die vielen kleinen Wunder und Zauber des “Alltags” … eben leben in voller Wahrnehmung des Augenblicks …
Denn nur dann, wenn ich aus meinem Herzen heraus lebe und handle, nur dann, wenn ich wirkliche Freude an dem habe, was ich tue, und nur dann, wenn ich entsprechend meinem wirklichen Wesen heraus agiere (ohne dem “das-sollt-ich-eigentlich-tun” oder “so-gehört-sich-das” und so), trage ich zum Glück anderer und meiner Umwelt bei – denn wer in Freude lebt, berührt des anderen Herz … und damit das “zentrale Wesen”. Interessanterweise erreiche ich dadurch unter Umständen mehr in Sachen Frieden für die menschliche Gesamtheit als große Eingriffe ins Weltschehen …
Ist dir bewusst, was dir echte Freude macht?