19. Juli 2009

Gegensätze vs Gleiches

„Gegensätze ziehen sich an“ oder “Gleich und Gleich gesellt sich gern“?

Mein Erleben zeigt, dass es nur einer Interessensgemeinsamkeit bedarf, um in Einverständnis gemeinsamen Weges zu gehen. Wenn dies der Fall ist, ist diese Gemeinsamkeit für beide eines der wichtigsten Dinge (oder das Wichtigste) im Leben. Damit würden die obigen Aussagen einander nicht ausschließen (wobei sie sich jedoch nicht zwangsläufig bedingen). 

Eine Änderung des Wichtigkeitsgrades des bisher gemeinsamen Interesses führt zu schwerwiegenden Hinterfragungen … und dann ist die Frage im Raum: Wo ist die Grenze der Kompromissbereitschaft, sich dafür zu interessieren, was einen grundsätzlich eher wenig bzw. gar nicht interessiert – dem anderen zuliebe, damit dann doch eine Gemeinsamkeit da ist? Und in diesem Prozess kam einges zutage: Gemeinsames Erleben kommt in der Stärkung des Zusammenhalts der Gemeinsamkeit von Interessen ziemlich nahe …

19. Juli 2009

Station „Tod“

Im Tod zeigt sich meist, welche Themen in diesem Leben (bisher) unerlöst blieben. Das betrifft nicht ausschließlich den eigenen Tod sondern die Konfrontation damit auch im Leben. Ein Freund beschenkte mich vor kurzem mit einer schönen und trefflichen Aussage: Drei Dinge verändern das Leben: Lachen, Liebe und Tod (Urheber namentlich nicht gemerkt, pardon).

Interessant ist der Zusammenhang Tod – Liebe, denn erst da zeigt sich bisher Verstecktes und bereits erlöst Geglaubtes. Die Situation einer Tochter und ihrem Vater: Vater verschwindet aus ihrem nicht mal einjährigen Leben, bis sie ihn mit 34 Lebensjahren aufspürt. Begrüßungsaussage seinerseits: „Ich wusste, dass du eines Tages vor meiner Tür stehst.“ … In den folgenden vier Jahren zeigt er kein Interesse am Kontakt, und auch nur sporadische Anrufe der Tochter, Telefon wird oft nicht abgehoben, auf SMS keine Reaktion.

Bis zu einem Zeitpunkt, an dem ein Fremder am Telefon abhebt und erstaunt mitteilt, er kenne den gewünschten Teilnehmer nicht.

Erstes Gefühl der Tochter: Na toll – vertschüsst sich im Leben und im Tod … sowas gehört sich nicht!

Was sie dadurch erkennt: Die Thematik des „Verlassen-werdens“ hat sie entgegen ihrer Überzeugung noch immer nicht vollständig erlöst … und merkt einmal mehr, dass tiefsitzende Erlebnisse ihre Zeit brauchen, um befriedet zu sein.

1. Januar 2009

Fantasie

Fantasie ist die Boschafterin des Herzens -

und als solche fördert sie die Wünsche, die sehr oft in die geheimsten Winkeln unseres Herzens verbannt sind, versiegelt mit dem Etikett „unerreichbar“ …

Das Herz selbst jedoch ist durchaus raffiniert und imstande, sich Wege und Mittel einfallen zu lassen bzw. entsprechende „Hilfen“ anzufordern, um doch seine innigsten Wünsche zu menifestieren … diese benennen wir dann Wunder, günstige Zu-Fälle, Glück oder ähnliches. Viel öfter aber bedient Herz sich der Fantasie, die meist dann in uns aufkeimt, wenn wir uns in einer Unzufriedenheits-Phase befinden, denn dann ist die Botschafterin besonders eingesetzt.

Was tun wir mit ihr? Weisen wir sie zurück als unverschämten Gast, der unsere bisherige Welt durcheinanderzubringen sucht, holen uns unseren Verteidiger „Verstand“ eilig herbei, der sie dann mit seiner Schärfe zu Tode bekämpft? Oder lauschen wir ihr, was sie uns erzählen will, als mögliche Hinweisgeberin für neue Aspekte an unserem Leben? Oder … lassen wir sie stehen, drehen uns um, versinken in Traurigkeit und Schwermut, weil das Bild, das Fantasie malt, so unfassbar schön ist, dass es einfach nicht wahr sein kann?

Was immer wir auch tun, nichts ist falsch. Denn Herz ist gewieft, auch wenn es noch so schwer verletzt und verwundet wurde, und eine seiner Seins-Aufgaben ist nun mal, uneingeschränkt zu walten und vorbehaltlos zu lieben. Es sucht und findet – definitiv – mindestens einen Weg, sich zu zeigen und sich zu befreien, um eines Tages in voller Lebendigkeit zu agieren …

Die Frage ist: wie leicht machen wir’s unserem Herzen (und damit uns selbst), wenn es uns in (unsere) fantastische Universen führen möchte?

30. Dezember 2008

Das Wesen der Liebe

Vor einiger Zeit wurde ich gefragt:  Wie nehme ich Liebe wahr und was bewirkt sie in mir?

Und bemerkte verblüfft, dass die Antwort darauf alles andre als schnell getan ist …

Wenn ich sage, ich fühle sie, dann scheint mir dies banal, denn Liebe ist ein Gefühl, und Gefühl kann nur gefühlt werden. Also begann ich mit dem zweiten Teil der Frage, was Liebe in mir bewirkt: Sie berührt das Höchste in mir, fördert das Edelste meines Wesens zutage und lässt mein Herz sich vorbehaltlos öffnen. Diese Liebe hat keinen Grund, kein Motiv und keine Bedingung, an die sie geknüpft ist … sie liebt weil sie liebt, einfach so. Bis dato ist sie für mich nicht erklärbar, es ist zu groß.

Vor kurzem begegnete ich jemandem, bei dem ich diese Liebe sah. Ja, nicht „nur“ spürte, sondern buchstäblich sah – das ist nicht of der Fall. Zu sehen war’s in seinen Farben, in seiner Energieschicht, in so vielen feinen Kleinigkeiten wie Gestik, Mimik, Bewegungen … und da erkannte ich erstmals so richtig die Zusammengehörigkeit der Liebe mit Harmonie. Heute bin ich geneigt, die Harmonie als Schwester der Liebe und nicht ausschließlich als ihre Dienerin zu sehen :-)

Tja, wie nehme ich nun Liebe wahr? Ich erkenne sie an diesem Seins-Zustand, in dem ich mir meiner Höchsten Qualitäten bewusst bin und diese auch im Herzen des anderen anzustupsen ermöglicht. Es ist dieses Bewusstsein, das meinen Herzenswunsch, dem Leben zu dienen, nährt, und der das wirklich Wesentliche meines Menschseins wie durch Zauberhand aus all dem Unwesentlichen herausholt …

Diese Liebe ist das, was uns unseren eigentlichen Weg zeigt, weil unser Herz in Wahrheit mit dieser Liebe erfüllt ist.

27. Dezember 2008

Geschenke des Lebens

Gestern bezauberte mich ein Lebens-Märchen:

Eines der schönsten Geschenke des Menschen für Menschen ist, „sich selbst“ dem Leben zu schenken (ohne sich dabei zu verschenken).  Das geschieht u. a.,  indem ich mich mitteile … nicht in Oberflächlichkeiten, sondern in dem, was mir in meinem Herzen wirklich etwas bedeutet – dadurch anderen konkrete Anteilnahme an meinem Wesen erlaube. Und das, ohne mein Ego als Schutzmantel fungieren zu lassen und ohne mir Masken bereit zu halten, um schnell dahinter zu schlüpfen, wenn der Verstand glaubt, das Herz schützen zu müssen. Dies ist ein Schenken in der Qualität des Sich-Trauens, in der Sicherheit des eigenen Wesens und dem (Er-)Kennen des eigenen Herzens …

Herzlichen Dank all denen, die solche Geschenke des Lebens sind und das Leben vieler mit sich selbst bereichern  :-D