Es gibt im jedem Leben zumindest einen Punkt, der sich anfühlt wie das Zentrum von unendlich vielen Kreuzungen, und jeder einzelne Weg scheint möglich und reizvoll. Nicht dieser Punkt an sich ist die Herausforderung und nicht die vielen Möglichkeiten, die sich bieten, sondern:
Woher nehm’ ich die Sicherheit, den „richtigen“ Weg zu finden? Wie entscheide ich mich für mich förderlich, für meine eigene Selbstrealisation und Wesensentfaltung?
Meine Erkenntnis:
Grundlegend wichtig ist, sich seiner selbst und dem Selbst-Ausdruck (Tun) sicher zu sein. Bin ich das, weil ich weiß, wer und was ich bin, dann hab’ ich auch (meist) ein konkretes Ziel, für’s Leben und im Leben. Und diese Zieldefinition find’ ich sehr wichtig, denn solange ich kein Ziel habe, kann ich auf solchen Kreuzungspunkten nur probieren und versuchen … um irgendwann wieder an einer noch größeren Kreuzung zu stehen mit dem Gefühl, wieder ganz von vorne anfangen zu müssen (was ja nie der Fall ist, aber das Gefühl ist unter Umständen da).
Ok, wir sind uns also sicher und überzeugt von dem, was wir tun, weil wir auf ein Ziel hinarbeiten. Und wir stehen an der Kreuzung. Meist sind die Wege, die sich uns zeigen, nur bis zur nächsten Kurve (wenn überhaupt) einsehbar … wie’s dann weitergeht können wir manchmal erahnen, meist jedoch nur mit einer Portion Mut ins Ungewisse überraschungsbereit erleben. Wie also entscheiden?
Eine Bestandsaufnahme ist ein nächster logischer Schritt, eine solche zeichnet das Bild des Gegenwärtigen. Wenn dieses Gegenwartsbild mit der Vision, die sich „Ziel“ nennt, verglichen wird, zeigt sich das noch Fehlende dorthin – und das Ausschlussverfahren der Wegfindung beginnt. Bis nur noch eine Möglichkeit (oder manchmal auch einige wenige, die dann mit weiteren Kriterienprüfungen auf eine einzige reduziert werden) als sinn- und zielführend bestehen bleiben.
Und dann? Es scheint der beste Weg zu sein, also geh’ ich den. … Bis ich irgendwo mittendrin das Gefühl hab’, urplötzlich im Niemandsland zu sein, mich völlig verirrt und verlaufen zu haben und einfach nimmer klar sehe. Was ist passiert?
Ich hab’ übersehen, meinen „Ausgangspunkt“ in der Entscheidungsfindung mit zu berücksichtigen, ganz einfach.
Die Sicherheit, die für mich richtige Wahl aus vielen verschiedenartigen Möglichkeiten herauszufiltern, entsteht (auch) durch stetes „back to the root“. Das ist die Grundebene, auf der ich als Wesen völlig auf mich selbst reduziert bin, von wo aus ich alle meine Erfahrungen eigen-werte (im Gegensatz zu den Werten, die jeder von uns anerzogen bekam und /oder im Laufe seines Lebens übernommen hat). Es ist das ur-eigene Zentrum, in dem ich die Grundaspekte meines Wesens finden kann, in dem ich völlig konkreten Bezug zu dem höchsten in mir Innewohnenden herstellen und pflegen kann, das meine ur-eigene Sicherheit in dieser und in allen anderen Welten ist, und aus dem ich alles Vergangene mit der Gegenwart des Augenblicks und dem Zukünftigen (Ziel) zusammenführen kann. Befindet sich jemand an einer vielarmigen Kreuzung und stellt (bewusst) einen Bezug her zwischen der Bestandsaufnahme der Gegenwart und dem eigenen Zentrum, wird ziemlich sicher der entschiedene Weg anders aussehen als wenn die Gegenwart (nur) das Ziel herholt.
Im allermeisten Fall sind das dann Entscheidungen, die niemand anders, auch wenn noch so vertraut, nachvollziehen kann, und doch sagt das eigene Gefühl und das Herz in voller Überzeugung „JA!“ dazu.
Wer dann sich selbst treu bleibt, auch wenn die ganze Welt aufsteht und einen für verrückt erklärt und meint, diese Entscheidung ist völliger Schwachsinn, der hat gewonnen.